Shirodhara

Zwei Arten des Stirngußes mit tiefgreifender Wirkung

Shiro = der Kopf
Dhara = der Guss

Shirodhara  nimmt nicht nur unter den ayurvedischen Anwendungen eine Sonderstellung ein: Eine Massage mit warmem Öl, welches über den Kopf fließt, um das dritte Auge auf der Stirn zu berühren, gibt es (soweit ich recherchiert habe) in keinem anderen Heilsystem der Welt. 

Das Wort stammt aus dem altindischen Sanskrit und setzt sich aus den Worten „Shiro“ (Kopf) und „Dhara“ (Guss) zusammen.

Die Anwendung hat eine intensiv regenerative Wirkung auf unser Nervensystem. Dem Shirodhara geht eine Ganzkörperölung und eine intensive Kopfmassage voraus. Erst dann ist der Körper für diese besondere Anwendung bereit, im Rahmen derer ein speziell hergestelltes Kräuteröl in einem kontinuierlichen, beruhigenden Strom über die Stirn fließt.

Traditionell ist der Shirodhara ein wichtiger Bestandteil einer Pancha Karma Kur. Die Anwendung wird im Zuge einer ambulanten Reinigungskur gemacht und ist daher im Rahmen eines Erstbesuchs nicht möglich.

 

Eine behutsame Klärung des Geistes

Dem Öl kommt im Ayurveda generell eine große Bedeutung zu, in bewegtem Zustand wirkt es geradezu wundersam.

Wenn der zarte Ölstrom auf das so genannte „dritte Auge“ fließt, so trifft er ein wichtiges Energiezentrum unseres Geistes. Der sanfte Druck auf der Stirn erzeugt eine ebenso zarte Vibration in der vorderen Hirnregion. Unser Nervensystem gerät in einen tiefen Ruhemodus und beide Gehirnhälften synchronisieren sich. Gedanken können sich klären, und das Nervensystem sowie die geistige Konzentration werden verbessert. Es ist ein Zustand, der durchaus mit einer tiefen und langen Meditation verglichen werden kann. 

Auch Ohren und Augen profitieren von der tiefen Ruhephase und entspannen sich. Bei Tinnitus etwa oder Sehschwäche kann der Stirnguss große Erleichterung hervorrufen. Ebenso positiv wirkt die Anwendung bei Stress und vor allem bei Menschen, die ein geschwächtes Nervensystem haben. Sind die Doshas aus der Balance, dann leiden wir an Gefühlsschwankungen, Ängstlichkeit, Zweifel, schlechtem, unterbrochenen Schlaf und Müdigkeit. 

Da all diese Gefühle im Kopf manifestiert sind, können die dort wirkenden Energiezentren gezielt durch die Kräuter und die physische Einwirkung des „Ölstroms“ regeneriert werden. 

Auch bei der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen zählt der Shirodhara zu den Favoriten.

Takradhara

Stirnguß mit Buttermilch und speziellen Kräutern

Takra = Buttermilch
Dhara = Guss

Ähnlich wie Shirodhara ist auch Takradhara eine sehr beruhigende Anwendung. Als Alternative zum Öl kommt hier aber medizinische Buttermilch (mit einer Kräuterabkochung) zum Wirken, denn Buttermilch ist stark kühlend, also Pitta reduzierend. Die auf die Stirn fließende Kühle breitet sich auf den gesamten kranialen Bereich aus und beeinflusst somit das Vegetativum. Wir werden ruhig und zentriert


Diese Anwendung wird im Zuge einer ambulanten Reinigungskur gemacht und ist daher im Rahmen eines Erstbesuchs nicht möglich.